{"id":23621,"date":"2016-06-21T16:42:29","date_gmt":"2016-06-21T16:42:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aic-iac.org\/?page_id=23621"},"modified":"2016-06-21T16:42:44","modified_gmt":"2016-06-21T16:42:44","slug":"","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/membres\/hommage\/beate-kuhn-1927-2015\/","title":{"rendered":"","raw":""},"content":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"excerpt":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"author":4,"featured_media":0,"parent":22303,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_fr_post_content":"<table>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td colspan=\"2\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-23623\" src=\"https:\/\/www.aic-iac.org\/wp-content\/uploads\/Beate_Kuhn_01.jpg\" alt=\"Beate_Kuhn_01\" width=\"4027\" height=\"2675\" \/><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>\u00a0<\/td>\r\n<td>\u00a0<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>\r\n<p>Keramik aus dem Geiste der Musik und der Natur<\/p>\r\n<p>Zum Tode der deutschen Keramikerin Beate Kuhn<\/p>\r\n<p>Auf die Genese ihrer Plastiken angesprochen verwies Beate Kuhn immer wieder auf die Neue Musik des 20sten Jahrhunderts als Einflu\u00df. Sie, die beim Arbeiten mit Vorliebe die atonale Musik Luigi Nonos h\u00f6rte, hatte die strukturellen Analogien der verschiedenen Genres erfa\u00dft und, fruchtbar und eigenwillig wie niemand neben ihr, die Grundprinzipien gestalterischen Bildens \u2013 Wiederholung und Variation \u2013 intuitiv in die zeitgen\u00f6ssische Keramik \u00fcbertragen. So erfand sie sich ein ganz eigenes, unverwechselbares Idiom: Eine aus den genuinen Mitteln und Techniken der T\u00f6pferei stammende, gleichwohl erstaunlich freie keramische Plastik, indem sie ihre oft an die Grenze des Machbaren sto\u00dfenden Plastiken g\u00e4nzlich aus auf der Scheibe gedrehten, endlos variierten und farbig glasierten Elementen zu gr\u00f6\u00dfter Komplexit\u00e4t montierte, zuletzt mitunter um das Material Glas erweitert. Motivische Anregungen waren ihr hierbei Gesch\u00f6pfe und Gebilde der Natur, die sie \u2013 programmatisch als Tier und Pflanze oder in abstrahierender Interpretation als organische Komposition \u2013 mittels Reihung und Montage in plastische Formen umsetzte.<\/p>\r\n<p>Am 15. Juli 1927 in D\u00fcsseldorf geboren entstammte Beate Kuhn einem k\u00fcnstlerischen Elternhaus \u2013 der Vater Erich war Bildhauer, Pianistin die Mutter Lisa. Nach dem Abitur 1947 \u2013 die Familie war kriegsbedingt nach Neustadt im Schwarzwald gezogen \u2013 w\u00e4re sie gerne Malerin geworden, glaubte sich aber zu untalentiert. Ein begonnenes Kunstgeschichtsstudium in Freiburg und die materiell armselige, doch kulturell reiche Nachkriegszeit pr\u00e4gten sie. Da die k\u00fcnstlerische Moderne vielgestaltig nach Deutschland zur\u00fcckkehrte, waren die Heroen der jungen Kunstenthusiastin Maler wie Paul Klee und Joan Mir\u00f3. Abbildungen einiger Gef\u00e4\u00dfe des Keramikers Jan Bontjes van Beek wiesen ihr dann den Weg zur T\u00f6pferei: Aus der gew\u00fcnschten Lehre bei Richard Bampi im nahegelegenen Kandern wurde nichts, so studierte sie ab 1949 an der Werkkunstschule in Wiesbaden, nach der Gesellenpr\u00fcfung an der Werkkunstschule Darmstadt bei Friedrich Theodor Schroeder.<\/p>\r\n<\/td>\r\n<td>\r\n<p>Noch am Ende der Ausbildungszeit entwarf sie f\u00fcr die Firma Rosenthal asymmetrische Vasenformen, auch die als \u201eKummet-Vase\u201c bekannt gewordene extravagante Oval-Form mit seitlicher \u00d6ffnung. 1953 \u00fcbernahmen sie und der gleichfalls an der Darmst\u00e4dter Schule ausgebildete Karl Scheid die Werkstatt ihres Lehrers im s\u00fcdbadischen Dorf Lottstetten, wo Beate Kuhn organische Geschirre und anthropomorphe Gef\u00e4\u00dfplastiken bemalte, fig\u00fcrliche Abstraktion in der Art ihrer Maler-Favoriten auf Keramik \u00fcbertragend. Die Frankfurter Messe war der unverzichtbare Vertriebsweg f\u00fcr die in der Provinz entstandene Avantgarde-Ware. 1957 schlie\u00dflich siedelte sie nach D\u00fcdelsheim in Hessen \u00fcber, wo sie in unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Werkstatt des Ehepaares Karl und Ursula Scheid und des Ateliers des Bildhauers Berhard Vogler einen von ihrem Bruder entworfenen Wohn- und Werkstatt-Bungalow bezog, Ort des Lebens und Arbeitens fortan. Mit ihrer gegen das Ende der 1950er Jahre entwickelten Sprache einer aus Drehteilen montierten Plastik wurde die stets Liebensw\u00fcrdige zu einer hochgeachteten, sp\u00e4tere Entwicklungen antizipierenden Ausnahmeerscheinung in der deutschen Keramik nach 1945. Anerkennungen und Preise h\u00e4uften sich: 1968 wurde sie Mitglied der Genfer Acad\u00e9mie Internationale de la C\u00e9ramique, sp\u00e4ter geh\u00f6rte sie zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der Gruppe 83, erhielt unter anderen Badische, Bayerische und Hessische Staatspreise, wurde doppelt mit dem Westerwaldpreis bedacht und zuletzt geehrt mit dem Preis der Lotte-Reimers-Stiftung, Ausstellungen hatte sie weltweit, Museen in Deutschland, Europa und Japan h\u00fcten ihre Arbeiten.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Ein keramisches Wunderland ohnegleichen hinterlassend starb die gro\u00dfe deutsche Keramikerin Beate Kuhn am 10. Dezember 2015.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Dr. Walter Lokau<\/p>\r\n<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>\u00a0<\/td>\r\n<td>\u00a0<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<p>&nbsp;<\/p>","_fr_post_name":"beate-kuhn-1927-2015","_fr_post_excerpt":"","_fr_post_title":"Beate KUHN  (1927-2015)","_en_post_content":"","_en_post_name":"","_en_post_excerpt":"","_en_post_title":"","_ja_post_content":"","_ja_post_name":"","_ja_post_excerpt":"","_ja_post_title":"","_zh_post_content":"","_zh_post_name":"","_zh_post_excerpt":"","_zh_post_title":"","_es_post_content":"","_es_post_name":"","_es_post_excerpt":"","_es_post_title":"","edit_language":"ja"},"class_list":["post-23621","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23621"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23621\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23625,"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/23621\/revisions\/23625"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/22303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aic-iac.org\/ja\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}